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Regionalverband fordert innovative Windenergiekonzepte rund um Schloss Arenfels

Unteres Mittelrheintal, September 2026 – Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e. V. begrüßt grundsätzlich den Ausbau erneuerbarer Energien. Gleichzeitig warnt der Verband davor, bei der Energiewende die besondere historische Kulturlandschaft des Mittelrheintals aus dem Blick zu verlieren.

Aktuelle Planungen für Windenergieanlagen im Wald oberhalb von Bad Hönningen werfen aus Sicht des Regionalverbandes insbesondere mit Blick auf Schloss Arenfels Fragen auf. Das Schloss gehört zu den prägenden Kulturdenkmälern des Rheintals und bestimmt mit seiner neugotischen Architektur, seiner Lage in den Weinbergen und seiner Einbettung in die Landschaft wesentlich das Erscheinungsbild Bad Hönningens. Die Stadt selbst bezeichnet Schloss Arenfels als ihr bedeutendstes Wahrzeichen.

Die Stadt Bad Hönningen hat in ihren Informationen zur Windenergie bereits auf die besondere Bedeutung des Denkmalschutzes hingewiesen. Schloss Arenfels wird dabei ausdrücklich als eines der Denkmäler genannt, deren Sichtbarkeit in einem Radius von zehn Kilometern nicht beeinträchtigt werden soll. Zur Beurteilung sind umfangreiche Visualisierungen von relevanten Aussichtspunkten vorgesehen.

„Die Frage darf deshalb nicht allein lauten, ob ein Windrad technisch und wirtschaftlich an einem Standort möglich ist. Wir müssen ebenso fragen, ob es mit der historischen Kulturlandschaft vereinbar ist“, erklärt der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland.

Gerade im Rheintal besitzen Sichtbeziehungen eine besondere Bedeutung. Burgen und Schlösser stehen nicht isoliert in der Landschaft, sondern sind Teil eines über Jahrhunderte gewachsenen Zusammenspiels aus Rhein, Weinbergen, Wäldern, Siedlungen und historischen Bauwerken. Schloss Arenfels ist hierfür ein besonders prägnantes Beispiel. Auch der Rheinsteig führt unmittelbar am Schloss vorbei und verbindet es mit den landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten des Rheintals.

Alternative Technologien mitdenken

Der Regionalverband regt deshalb an, bei der weiteren Planung nicht ausschließlich auf die heute üblichen Windkraftanlagen mit hohen Türmen und großen Fundamenten zu setzen.

Eine mögliche Perspektive könnten langfristig sogenannte Airborne-Wind-Energy-Systeme sein – also Windenergieanlagen, bei denen die Energiegewinnung in größerer Höhe erfolgt und die technische Anlage nicht dauerhaft als großer Turm in der Landschaft steht. Denkbar wären beispielsweise schwebende oder über ein Halteseil gesicherte Systeme.

Der Verband versteht dies ausdrücklich nicht als Forderung, unmittelbar eine bestimmte Technologie einzusetzen. Vielmehr müsse untersucht werden, ob innovative Formen der Windenergienutzung künftig dazu beitragen können, erneuerbare Energie zu erzeugen und gleichzeitig besonders empfindliche Landschafts- und Denkmalsituationen zu schonen.

„Wir wollen keine Verhinderungspolitik betreiben. Wir wollen eine bessere Energiewende. Wenn eine historische Sichtbeziehung durch eine klassische Windenergieanlage erheblich beeinträchtigt wird, sollte die Planung nicht bei einem einfachen Ja oder Nein stehen bleiben. Dann müssen auch technische Alternativen geprüft werden“, so der Regionalverband.

Energiewende und Denkmalschutz sind kein Gegensatz

Nach Auffassung des Regionalverbandes darf der Schutz des Landschaftsbildes nicht als Argument gegen die Energiewende missverstanden werden. Gerade eine historische Kulturlandschaft wie das Mittelrheintal müsse jedoch mit besonderer Sorgfalt behandelt werden.

Der Verband fordert daher:

  • eine transparente Visualisierung der geplanten Windenergieanlagen aus relevanten Sichtpunkten,
  • eine besondere Untersuchung der Auswirkungen auf Schloss Arenfels und seine historische Umgebung,
  • die Berücksichtigung wichtiger Sichtachsen im Rheintal,
  • eine ernsthafte Prüfung alternativer Standorte,
  • und perspektivisch die Untersuchung innovativer Windenergietechnologien für besonders sensible Landschaftsräume.

„Das Mittelrheintal ist kein Museum. Es muss sich weiterentwickeln und seinen Beitrag zur Energiewende leisten. Aber seine historische Identität darf dabei nicht leichtfertig aufgegeben werden. Die Herausforderung besteht darin, beides zusammenzubringen.“

Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e. V. spricht sich daher für einen offenen Dialog zwischen Kommunen, Projektentwicklern, Denkmalpflege, Naturschutz, Wissenschaft und Bürgerschaft aus.

Ziel müsse eine Energiepolitik sein, die nicht zwischen Klimaschutz und Denkmalschutz wählen muss, sondern technische Innovation nutzt, um beides miteinander zu verbinden.

Regionalverband Unteres Mittelrheintal
Stadtbild Deutschland e. V.

Historischen Kern des ehemaligen Hotel „Anker“ in Rolandseck erhalten

Rolandseck. Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal des Vereins Stadtbild Deutschland setzt sich für eine Prüfung des Erhalts des historischen Kerns des ehemaligen Hotels „Zum Anker“ an der Mainzer Straße in Rolandseck ein.
Das heute stark veränderte und seit Jahren ungenutzte Gebäude befindet sich in einem schlechten baulichen Zustand und soll Anfang 2027 erneut versteigert werden. Dennoch sollte nach Auffassung des Regionalverbandes zwischen dem historischen Hauptgebäude und zahlreichen später hinzugefügten An- und Umbauten unterschieden werden.
Das ehemalige Hotel ist ein Zeugnis der großen Zeit des Rheintourismus im 19. Jahrhundert. Rolandseck gehörte mit seiner Lage am Rhein, gegenüber der Insel Nonnenwerth und in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs zu den bekannten Stationen des romantischen Rheins. Das Hotel „Zum Anker“ erinnert bis heute an diese Epoche, in der der Tourismus die Architektur und Entwicklung der Rheinorte entscheidend prägte.
Nach Ansicht von Stadtbild Deutschland besitzt insbesondere der architektonische Kern des Haupthauses weiterhin einen erkennbaren historischen Wert. Spätere Veränderungen, insbesondere die heute das Erscheinungsbild prägenden gläsernen Balkone und weitere Anbauten, verdecken dagegen teilweise die ursprüngliche Architektur. Durch einen Rückbau dieser späteren Bauteile könnte der historische Charakter des Gebäudes wieder deutlicher hervortreten.
Der Regionalverband spricht sich dabei nicht für den Erhalt sämtlicher Gebäudeteile aus. Vielmehr sollte geprüft werden, welche Bauteile tatsächlich erhaltenswert sind und welche abgängigen oder später entstandenen Gebäude zurückgebaut werden können.
Für die frei werdenden Grundstücksflächen sieht Stadtbild Deutschland zugleich Chancen für eine wirtschaftliche Neuentwicklung des Areals. Denkbar wäre beispielsweise ein hochwertig gestalteter Garagen- und Lagerhof. Neue Garagengebäude könnten als verputzte, an der Architektur des historischen Haupthauses orientierte Nebengebäude gestaltet werden. Tore und Türen könnten gestalterische Elemente des ehemaligen Hotels aufnehmen und so ein zusammenhängendes Ensemble bilden.
„Der Erhalt des historischen Haupthauses und eine wirtschaftliche Nutzung der übrigen Grundstücksflächen müssen kein Widerspruch sein“, erklärt der Regionalverband. „Gerade eine neue Nutzung der rückwärtigen und abgängigen Gebäudeteile könnte dazu beitragen, die Rettung des historischen Kerns langfristig zu ermöglichen.“
Stadtbild Deutschland – Regionalverband Unteres Mittelrheintal appelliert daher an die Stadt und vor allem mögliche Investoren, vor einem vollständigen Abriss eine fachliche Untersuchung und ein Nutzungskonzept für das historische Haupthaus zu prüfen.
Stadtbild Deutschland e. V.
Regionalverband Unteres Mittelrheintal

Strategien zum Erhalt historischer Gebäude in Unkel und im Unteren Mittelrheintal

Unkel (13.08.2026). Die aktuelle Sperrung der Frankfurter Straße in Unkel aufgrund der Gefährdung durch das dortige Mies-Haus führt einmal mehr vor Augen, wie dringend neue Strategien für den Erhalt historischer Gebäude benötigt werden.

Für den Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e. V. ist das Mies-Haus dabei ausdrücklich kein Anlass, den derzeitigen Eigentümer anzugreifen. Im Gegenteil: Der Eigentümer hat in der Vergangenheit sogar versucht, das Gebäude zu verkaufen. Das zeigt, dass die Problematik häufig komplexer ist als die einfache Behauptung, Eigentümer würden historische Gebäude bewusst verfallen lassen.

Das eigentliche Problem liegt tiefer.

Wir dürfen historische Gebäude nicht erst zum Problem werden lassen, indem sie beliebig lange vernachlässigt werden. Werden notwendige Reparaturen und Sanierungen über Jahre aufgeschoben, kann aus einem grundsätzlich sanierbaren Gebäude irgendwann ein erheblicher Problemfall werden.

Wenn schließlich die Standsicherheit gefährdet ist, verschieben sich die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen grundlegend. Dann geht es nicht mehr allein um die Frage, wie ein historisches Gebäude erhalten werden kann, sondern auch um Gefahrenabwehr und die Sicherheit von Menschen und öffentlichem Verkehrsraum.

„Es darf nicht unsere Strategie sein, historische Gebäude so lange verfallen zu lassen, bis der Denkmalschutz gegenüber der Gefahrenabwehr kaum noch durchsetzbar ist“, erklärt der Regionalverbandsvorsitzende Thomas Napp. „Wir müssen viel früher ansetzen.“

Die derzeitige Sperrung der Straße ist dabei vor allem ein Symptom. Sie macht sichtbar, was passieren kann, wenn ein historisches Gebäude über längere Zeit keine tragfähige Perspektive für seine Zukunft erhält.

Altbausanierung darf nicht zum Schreckgespenst werden

Ein wesentlicher Teil des Problems ist nach Auffassung des Regionalverbands die zunehmende Unsicherheit vieler Menschen gegenüber historischen Gebäuden.

Wer heute ein altes Haus kaufen möchte, hört häufig, eine Sanierung sei unkalkulierbar, technisch kaum zu bewältigen oder finanziell ein Fass ohne Boden. Solche pauschalen Aussagen schrecken potenzielle Käufer ab.

Natürlich ist die Sanierung eines historischen Gebäudes häufig anspruchsvoller als ein einfacher Neubau. Sie kann auch höhere Kosten verursachen. Aber daraus folgt keineswegs, dass historische Gebäude grundsätzlich nicht sanierbar oder wirtschaftlich nutzbar sind.

Vielmehr braucht es mehr Wissen darüber, wie eine solche Sanierung fachgerecht geplant und umgesetzt werden kann.

Dabei spielen auch steuerliche Instrumente wie die Denkmalabschreibung eine Rolle. Sie können die wirtschaftliche Belastung einer denkmalgerechten Sanierung erheblich reduzieren.

Dennoch bleibt für viele Interessenten ein erhebliches Risiko: Sie wissen nicht, welche Kosten tatsächlich auf sie zukommen, wo sie qualifizierte Handwerker finden und wie sie mit den besonderen Anforderungen eines historischen Gebäudes umgehen sollen.

Auch handwerkliches Wissen muss erhalten bleiben

Hinzu kommt, dass praktisches Wissen über historische Bauweisen und deren Sanierung zunehmend verloren geht.

Viele Menschen haben heute kaum noch Gelegenheit, selbst handwerkliche Erfahrungen zu sammeln. Gleichzeitig verschwinden traditionelle Techniken und Kenntnisse aus dem Alltag.

Das ist nicht nur ein Problem für das Handwerk, sondern auch für den Denkmalschutz.

Wer historische Gebäude erhalten möchte, muss deshalb auch dafür sorgen, dass es weiterhin Menschen gibt, die wissen, wie man sie erhält.

Unser Vorschlag liegt bereits auf dem Tisch

Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e. V. hat deshalb bereits vorgeschlagen, die Gründung einer gGmbH oder vergleichbaren Trägerstruktur zu prüfen, die sich gezielt gefährdeter historischer Gebäude annimmt.

Die Idee ist einfach:

Ein historisches Gebäude, für das sich kein privater Käufer findet, soll nicht zwangsläufig seinem weiteren Verfall überlassen werden. Eine solche Trägerstruktur könnte Gebäude erwerben, sichern, fachgerecht sanieren und anschließend wieder an Menschen oder Institutionen veräußern, die sie dauerhaft erhalten und nutzen möchten.

Damit würde eine Lücke geschlossen, die derzeit vielerorts besteht.

Es geht ausdrücklich nicht darum, den Staat zum Eigentümer sämtlicher historischer Gebäude zu machen. Vielmehr könnte eine solche Organisation als Brücke zwischen gefährdetem Gebäude und langfristig tragfähigem Eigentum fungieren.

Unser erster Vorstoß zu diesem Thema ist auf positive Resonanz gestoßen. Nun ist es Zeit, diesen Gedanken weiterzuentwickeln und aus einer Diskussion ein konkretes Modell zu machen.

Dafür braucht es Unterstützung

Eine solche Struktur kann jedoch nicht ausschließlich ehrenamtlich aufgebaut werden. Für den Erwerb, die Sicherung, die Planung und die Sanierung historischer Gebäude sind erhebliche finanzielle Mittel erforderlich.

Die Kommunen können diese Aufgabe angesichts ihrer angespannten Haushaltslage nicht allein übernehmen. Gleichzeitig fehlt es bislang an ausreichenden Fördermöglichkeiten des Landes Rheinland-Pfalz für ein solches übergreifendes Modell.

Wir brauchen deshalb eine politische Diskussion darüber, wie das Land Rheinland-Pfalz den Aufbau einer solchen Struktur unterstützen kann.

Ein entsprechender Förderansatz könnte langfristig erheblich günstiger sein als der Verlust historischer Gebäude und die anschließende Notwendigkeit, ihre Geschichte durch Neubauten, Rekonstruktionen oder bloße Erinnerungszeichen zu ersetzen.

Was einmal abgerissen ist, kommt nicht zurück

Das Mies-Haus sollte deshalb nicht nur als einzelner Problemfall betrachtet werden.

Es steht stellvertretend für eine Entwicklung, die wir in vielen Orten beobachten können: Ein historisches Gebäude verliert seine Nutzung, notwendige Investitionen bleiben aus, potenzielle Käufer schrecken vor dem Sanierungsrisiko zurück – und irgendwann wird aus einem erhaltenswerten Gebäude ein Sicherheitsproblem.

Diesen Kreislauf müssen wir durchbrechen.

„Wir können nicht darauf warten, bis die Standsicherheit eines historischen Gebäudes gefährdet ist und anschließend feststellen, dass der Erhalt zu schwierig geworden ist“, so der Regionalverbandsvorsitzende Napp. „Denkmalschutz braucht eine aktive Erhaltungsstrategie. Wir müssen Eigentümer unterstützen, Interessenten Mut zur Sanierung machen und dort einspringen können, wo der private Markt allein keine Lösung hervorbringt.“

Historische Gebäude sind keine Last, die möglichst schnell beseitigt werden muss. Sie sind ein Teil unserer Ortsidentität, unserer Baukultur und unserer Geschichte.

Wenn wir sie verlieren, verlieren wir etwas, das sich nicht neu bauen lässt.

Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e. V. wird sich deshalb weiterhin dafür einsetzen, dass aus dem Gedanken einer gGmbH oder vergleichbaren Trägerstruktur ein konkretes Konzept für den Erhalt gefährdeter historischer Gebäude entwickelt wird.

Wir müssen handeln, bevor aus einem Sanierungsfall ein Abrissfall wird.

PM Unteres Mittelrheintal Stadtbild Deutschland e.V.

Burg Steineck in Rheinbreitbach: Eine vertane Chance für die Ortsgemeinde

Rheinbreitbach (30.05.26). Hier lesen Sie von unserem Mitglied einen Leserbrief zur Entwicklung von Burg Steineck in Rheinbreitbach.

https://www.blick-aktuell.de/Politik/Burg-Steineck-in-Rheinbreitbach-Eine-vertane-Chance-fuer-die-Ortsgemeinde-665443.html

Aktualisiert: Bürgerumfrage zur Ortsentwicklung in Rheinbreitbach

Die Bürger von Rheinbreitbach haben sich zahlreich an einer Umfrage zur Ortsgestaltung beteiligt. Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild der Wünsche und Prioritäten der Einwohner. Sie zeigt, dass die Rheinbreitbacher gegen einen Verkauf der Burg Steineck sind und sich eine harmonische Ortsentwicklung ohne bauliche Brüche wünschen.

Weitere Infos unter: https://www.nr-kurier.de/artikel/171500-aktualisiert–buergerumfrage-zur-ortsentwicklung-in-rheinbreitbach

Interkommunales Modell zur Revitalisierung leerstehender Ortskerne im Mittelrheintal

Unkel. (14.05.2026). Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e. V. setzt sich für die Entwicklung eines neuen Instruments zur Revitalisierung leerstehender und ortsbildprägender Gebäude in der Region ein.

Hintergrund sind zunehmende Herausforderungen vieler Städte und Gemeinden im ländlichen Raum:

Historische Gebäude und ältere Bestandsimmobilien stehen leer, verfallen oder bleiben über Jahre ungenutzt, obwohl sie das Ortsbild und die Identität ganzer Orte prägen.

„Gerade kleinere Kommunen verfügen häufig nicht über die finanziellen oder personellen Möglichkeiten, um bei schwierigen Gebäuden selbst aktiv zu werden“, erklärt der Regionalverband. Gleichzeitig seien viele Projekte für klassische Investoren wirtschaftlich nur begrenzt attraktiv.

Vor diesem Hintergrund schlägt der Regionalverband die Gründung einer interkommunalen, gemeinnützigen Gesellschaft vor. Ziel wäre es, gemeinsam Problemimmobilien anzukaufen, zu sanieren und wieder einer Nutzung zuzuführen. Die erzielten Erlöse sollen anschließend in weitere Projekte reinvestiert werden.

Der Ansatz versteht sich ausdrücklich als langfristiges Instrument zur Innenentwicklung und Ortskernstärkung.

„Wir brauchen Lösungen, die wirtschaftlich tragfähig sind, aber gleichzeitig das Gemeinwohl, die Baukultur und die langfristige Entwicklung unserer Orte im Blick behalten“, so der Regionalverband weiter.

Neben der städtebaulichen Wirkung sieht der Verband darin auch einen Beitrag zu Klimaschutz und Ressourcenschonung. Der Erhalt bestehender Gebäude spare große Mengen sogenannter „grauer Energie“ und reduziere zusätzlichen Flächenverbrauch.

Auch aktuelle Diskussionen um ortsbildprägende Gebäude wie beispielweise in Unkel (Frankfurter Straße 72), Heddesdorf, Haus Bergfried in Rheinbrohl uvm. in der Region würden zeigen, wie groß das öffentliche Interesse an einer nachhaltigen Entwicklung gewachsener Ortsbilder sei. Konflikte um einzelne Projekte machten deutlich, dass Kommunen häufig nur begrenzte Möglichkeiten hätten, selbst gestaltend einzugreifen.

Der Regionalverband betont ausdrücklich, dass es nicht um Konfrontation mit privaten Investoren gehe. Vielmehr solle eine zusätzliche gemeinwohlorientierte Möglichkeit geschaffen werden, um dort aktiv zu werden, wo der Markt allein an Grenzen stoße.

Nach ersten Gesprächen mit Kommunen und politischen Vertretern soll das Konzept nun weiter konkretisiert werden. Ziel ist es, interessierte Städte und Gemeinden für einen gemeinsamen Austausch zusammenzubringen.

PM Regionalverband Unteres Mittelrheintal Stadtbild Deutschland e.V.

Abriss eines Fachwerkhauses in Aegidienberg-Hövel droht

https://honnef-heute.de/stadtbild-deutschland-historisches-anwesen-in-aegidienberg-bietet-chance-fuer-modernes-mehrgenerationenprojekt/

Kritik am Bauprojekt Waterfront in Metternich: Für regionale Baukultur am Moselufer


Metternich (30.04.2026). Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e.V. äußert deutliche Kritik am geplanten Bauprojekt „Waterfront“ in Metternich. In seiner aktuellen Ausgestaltung wird das Vorhaben der sensiblen landschaftlichen und baukulturellen Situation am Moselufer nicht gerecht.Die Planung sieht mehrere großmaßstäbliche, modern gestaltete Wohngebäude mit Flachdächern, weitläufigen Glasfassaden und stark horizontal gegliederten Baukörpern vor. Diese Architektursprache entspricht zwar aktuellen Markttrends, steht jedoch in einem klaren Spannungsverhältnis zur gewachsenen Bebauung Metternichs sowie zur charakteristischen Kulturlandschaft der Mosel.„Das Projekt wirkt wie ein beliebiger Import aus einer internationalen Investorenarchitektur und lässt den spezifischen Ortsbezug vermissen“, so der Regionalverband. Besonders kritisch bewertet Stadtbild Deutschland:

– die großvolumigen Baukörper, die sich deutlich vom kleinteiligen Umfeld abheben- die Flachdacharchitektur, die die typische Dachlandschaft der Region ignoriert

– die uniforme Gestaltung, die kaum Differenzierung oder individuelle Adressbildung zulässt

– die schwache Einbindung in die Topografie, obwohl gerade diese die Mosellandschaft prägtInsgesamt entsteht der Eindruck einer in sich geschlossenen Wohnanlage, die wenig Bezug zu ihrer Umgebung aufnimmt.

Der Regionalverband plädiert für eine grundlegende Überarbeitung des Projekts im Sinne einer zeitgemäßen, aber regional verankerten Architektur. Ein solcher Ansatz könnte beinhalten:

– kleinteilige, versetzte Baukörper, die sich an der Struktur gewachsener Orte orientieren- geneigte Dächer mit regionaltypischer Materialität, etwa Schiefer

– eine stärkere Terrassierung in Anlehnung an die Weinberglandschaft- Loggien, Höfe und abgestufte Außenräume statt standardisierter Balkonanlagen

– die Verwendung langlebiger, ortstypischer Materialien wie Naturstein und mineralischer Putz

Ziel sollte es sein, ein Quartier zu schaffen, das nicht nur funktional ist, sondern sich selbstverständlich in die Mosellandschaft einfügt und zur Identität des Ortes beiträgt. Stadtbild Deutschland e.V. betont, dass eine höhere gestalterische Qualität nicht im Widerspruch zur wirtschaftlichen Realisierbarkeit stehen muss. Im Gegenteil: Projekte mit klarer regionaler Verankerung weisen häufig eine nachhaltigere Wertentwicklung und eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung auf. Der Regionalverband fordert Politik, Verwaltung und Projektentwickler auf, das Projekt „Waterfront“ in Metternich im Dialog mit Fachleuten und Öffentlichkeit weiterzuentwickeln.„Gerade an einem so exponierten Ort wie dem Moselufer sollte Architektur nicht nur Wohnraum schaffen, sondern auch Verantwortung für das Landschaftsbild und die kulturelle Identität übernehmen.“

PM RV Unteres Mittelrheintal Stadtbild Deutschland e.V.

Neuwied: Innovativer Gegenentwurf für neues Stadtquartier am Rasselstein-Areal

Neuwied (18.04.2026). Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e. V. äußert sich kritisch zum derzeit vorliegenden Erstentwurf für die Bebauung auf dem ehemaligen Rasselstein-Gelände und stellt zugleich einen eigenen architektonischen Gegenentwurf vor.

Das Areal zählt zu den bedeutendsten Stadtentwicklungsflächen der Region. Umso wichtiger ist es, dass hier nicht lediglich funktionale Gebäude entstehen, sondern ein Stadtquartier mit echter Aufenthaltsqualität und Identität.

Kritik am aktuellen Entwurf

Der Regionalverband sieht den derzeitigen Entwurf hinter diesem Anspruch zurückbleiben. Die Architektur folgt einer stark vereinheitlichten, technisch geprägten Formensprache mit flachen Dächern, monotonen Fassadenrastern und wenig Bezug zur Umgebung.

„Der Entwurf wirkt austauschbar und könnte in nahezu jeder beliebigen Stadt stehen“, so der Regionalverband. „Gerade an einem so sensiblen Standort am Wasser wäre jedoch eine stärkere Auseinandersetzung mit Ort, Maßstab und Atmosphäre erforderlich.“

Besonders kritisch sieht der Verein die Gefahr, dass auf dieser Grundlage ein Quartier entsteht, das zwar funktional ist, aber keine emotionale Bindung erzeugt: Ein künstlich wirkendes Wohnumfeld, in dem sich langfristig nur schwer eine lebendige Nachbarschaft entwickelt.

Qualitäten des Gegenentwurfs

Der vom Regionalverband entwickelte Gegenentwurf zeigt eine alternative Herangehensweise, die auf Dauerhaftigkeit, Identität und Wohnqualität abzielt:

– Klare Baukörper mit geneigten Dächern schaffen eine erkennbare Silhouette und einen städtebaulichen Abschluss.

– Warme, natürliche Materialien wie mineralische Putze in Erdtönen, Holz und eine differenzierte Sockelzone sorgen für eine langlebige und alterungsfähige Architektur.

– Hochformatige, gegliederte Fenster und fein ausgearbeitete Fassaden schaffen einen menschlichen Maßstab und einen ruhigen Rhythmus.

– Massive Balkonbrüstungen verleihen den Gebäuden mehr Tiefe und Substanz als übliche Glaslösungen.

– Begrünte Fassaden und integrierte Pflanzbereiche verbinden Architektur und Landschaft und stärken die Aufenthaltsqualität.

Langlebigkeit statt kurzfristiger Optimierung

Der Regionalverband betont, dass eine höhere gestalterische und materielle Qualität zunächst mit leicht erhöhten Baukosten verbunden sein kann. Langfristig überwiegen jedoch die Vorteile deutlich:

– höhere Wertstabilität der Immobilien

– geringerer Instandhaltungsaufwand durch robuste Materialien

– stärkere Identifikation der Bewohner mit ihrem Wohnumfeld

– nachhaltige Aufwertung des gesamten Stadtteils

„Wer heute nur auf kurzfristige Baukosten schaut, riskiert morgen ein Quartier ohne Charakter“, so der Regionalverband. „Investitionen in gute Architektur zahlen sich über Jahrzehnte aus – wirtschaftlich wie gesellschaftlich.“

Appell an Politik und Investoren

Stadtbild Deutschland e. V. ruft alle Beteiligten dazu auf, die einmalige Chance des Rasselstein-Areals zu nutzen. Ziel sollte es sein, ein Quartier zu schaffen, das nicht nur funktioniert, sondern auch als lebenswerter Teil von Neuwied wahrgenommen wird.

„Die Qualität der gebauten Umwelt entscheidet darüber, ob Menschen sich mit einem Ort identifizieren“, so der Regionalverband. „Wir plädieren dafür, diese Verantwortung ernst zu nehmen.“

Pressemitteilung Regionalverband Unteres Mittelrheintal

Moderner Wohnungsbau in Koblenz-Lützel mit stadtbildgerechtem Gegenentwurf

Koblenz (18.04.2026). Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e.V. nimmt Stellung zum aktuellen Neubauvorhaben für ein Eckgebäude im Stadtteil Lützel in Koblenz.

Der vorliegende Planungsentwurf wird aus Sicht des Vereins den städtebaulichen und gestalterischen Anforderungen an diesen prominenten Standort nur unzureichend gerecht.

Um die Diskussion konstruktiv zu bereichern, hat der Regionalverband einen überarbeiteten Gegenentwurf entwickelt.

Dieser zeigt auf, wie sich zeitgemäßer Wohnungsbau mit einer stärkeren Einbindung in das gewachsene Stadtbild verbinden lässt.

Kritik am aktuellen Entwurf

Der derzeitige Planungsstand sieht einen stark gegliederten, jedoch in seiner Formensprache beliebig wirkenden Baukörper vor. Insbesondere die harte Ausbildung der Gebäudeecke sowie die uneinheitliche Fassadengestaltung führen zu einem wenig ortsspezifischen Erscheinungsbild, das ebenso gut an einem beliebigen anderen Standort stehen könnte.

Gerade an einer städtebaulich prägnanten Ecke ist jedoch eine klare architektonische Haltung erforderlich, die den Ort stärkt und Orientierung bietet.

Qualitäten des Gegenentwurfs

Der vom Regionalverband entwickelte Gegenentwurf setzt an diesen Punkten an und formuliert eine alternative Lösung:

– Die Gebäudeecke wird durch eine durchgehende Rundung neu interpretiert, wodurch ein fließender Übergang im Straßenraum entsteht.

– Ein maßvoll ausgebildetes Türmchen betont die Ecksituation und verleiht dem Gebäude eine klare Adresse und Wiedererkennbarkeit.

– Die Fassade folgt einer ruhigen, vertikal gegliederten Ordnung mit stehenden Fensterformaten und zurückhaltenden Gesimsen.

– Ein differenziertes Materialkonzept mit kräftigem Sockel und helleren Obergeschossen sorgt für Dauerhaftigkeit und stadträumliche Angemessenheit.

Plädoyer für mehr Baukultur

Der Regionalverband betont, dass es nicht um eine rückwärtsgewandte Architektur geht. Vielmehr soll gezeigt werden, dass auch heutige Neubauten durch Proportion, Gliederung und Materialität an die lokale Bautradition anknüpfen können, ohne ihre Zeitgenossenschaft zu verleugnen.

„Gerade in gewachsenen Stadtteilen wie Lützel entscheidet die Qualität einzelner Neubauten über das zukünftige Erscheinungsbild ganzer Straßenzüge“, so der Regionalverband. „Wir sehen es als unsere Aufgabe, hier konkrete und umsetzbare Alternativen aufzuzeigen.“

Stadtbild Deutschland e. V. lädt alle Beteiligten – von Politik über Verwaltung bis zu Investoren – dazu ein, den Dialog über qualitätsvolle Stadtentwicklung in Koblenz fortzuführen.

Pressemitteilung RV Unteres Mittelrheintal Stadtbild Deutschland e.V.

Linz: Nutzung der ehemaligen Kirche als moderne Stadthalle

Linz am Rhein (02.04.2026). Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal des Vereins Stadtbild Deutschland e.V. spricht sich für eine vertiefte Prüfung der Umnutzung des ehemaligen Kirchengebäudes in Linz am Rhein zu einer modernen Stadthalle aus. Ziel ist es, die vorhandene bauliche Substanz sinnvoll weiterzuentwickeln und gleichzeitig einen nachhaltigen Mehrwert für das Stadtbild sowie das kulturelle Leben zu schaffen.

Der bestehende Baukörper aus den 1960er Jahren weist konstruktive Mängel im Bereich des Daches auf, weshalb derzeit ein Abriss diskutiert wird. Gleichzeitig stellt die massive Betonstruktur eine solide Grundlage für eine Umnutzung dar. Der große, stützenarme Innenraum bietet gute Voraussetzungen für eine flexible Nutzung als Veranstaltungsort für kulturelle, schulische und gesellschaftliche Zwecke.

Zentraler Konzeptansatz: Architektonische Weiterentwicklung

Die bestehende Betonkonstruktion kann durch eine neue äußere Gebäudehülle gestalterisch überarbeitet werden. Durch eine vorgehängte Fassade lassen sich die derzeit stark kantigen Gebäudeformen beruhigen und in eine harmonischere Gesamtform überführen. Vorgesehen ist eine weichere, abgerundete Gebäudekontur, die sich besser in die Umgebung einfügt und das Erscheinungsbild deutlich aufwertet.

Die geplante Fassadengestaltung orientiert sich an klassischen und zugleich zeitlosen Gestaltungselementen. Warme, natürliche Farbtöne können dazu beitragen, den Baukörper stärker in das landschaftliche Umfeld einzubinden. Eine klare Dachkante sowie eine horizontale Gliederung der Fassade schaffen eine ruhige architektonische Ordnung. Durch diese Maßnahmen kann aus dem heutigen Bau ein identitätsstiftendes öffentliches Gebäude entstehen.

Auch im Innenraum eröffnet die vorhandene Struktur neue Möglichkeiten. Durch den Einbau eines großflächigen Oberlichtes kann der Raum deutlich aufgehellt werden. Ergänzende Gestaltungselemente wie Holzoberflächen, eine flexible Bestuhlung sowie akustisch wirksame Wandverkleidungen ermöglichen eine angenehme Atmosphäre für unterschiedliche Veranstaltungsformate.

Eine Stadthalle an diesem Standort würde neue Perspektiven für das gesellschaftliche Leben eröffnen. Denkbar sind unter anderem Schulveranstaltungen, Konzerte, Theateraufführungen, Vorträge, Vereinsveranstaltungen sowie traditionelle Veranstaltungen wie der Karneval. Durch die multifunktionale Nutzbarkeit entsteht ein zentraler Veranstaltungsort mit langfristigem Mehrwert für die Stadtgesellschaft.

Vorteile der Erhaltung der Tragstruktur

Auch im Hinblick auf die bauliche Umsetzung bietet der Erhalt der Tragstruktur Vorteile. Der vollständige Abriss eines massiven Gebäudes in Hanglage würde umfangreiche Rückbau- und Transportmaßnahmen erforderlich machen. Der Abtransport großer Mengen an Bauschutt durch das innerstädtische Straßennetz könnte zu Belastungen für Infrastruktur und Anwohner führen. Eine Umnutzung kann diese Risiken reduzieren und gleichzeitig vorhandene Ressourcen sinnvoll nutzen.

Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal des Vereins Stadtbild Deutschland e.V. sieht in der vorgeschlagenen Weiterentwicklung des Baukörpers eine Chance, Nachhaltigkeit, Baukultur und funktionale Anforderungen miteinander zu verbinden. Die vorliegenden Visualisierungen zeigen beispielhaft, wie durch gezielte architektonische Maßnahmen eine neue Qualität entstehen kann, die sowohl gestalterisch als auch funktional überzeugt. Die Bilder sind nicht als Baupläne zu verstehen.

Der Verein regt an, die dargestellten Ansätze im Rahmen einer Machbarkeitsprüfung von den verantwortlichen Stellen weiter zu untersuchen und die Potenziale einer Umnutzung umfassend zu bewerten. Eine Finanzierung der Maßnahme könnte auch durch das Sondervermögen des Bundes erfolgen.

Pressemitteilung Regionalverband Unteres Mittelrheintal des Vereins Stadtbild Deutschland e.V.

Auszeichnung für Christian Runkel für den Erhalt von Schloss Arenfels

Bad Hönningen (27.03.2026). Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal des Vereins Stadtbild Deutschland e.V. verleiht die Auszeichnung „Sanierung des Jahres 2025“ an den Eigentümer des Schlosses Arenfels, Christian Runkel. Gewürdigt wird sein langjähriger, beharrlicher Einsatz für den Erhalt und die behutsame Weiterentwicklung des historischen Bauwerks.

Im vergangenen Jahr konnte ein bedeutender Meilenstein erreicht werden: Mithilfe von Bundes- und Fördermitteln wurde das Dach von Schloss Arenfels umfassend saniert. Diese Maßnahme stellt einen entscheidenden Schritt dar, um das denkmalgeschützte Gebäude dauerhaft vor weiterem Verfall zu bewahren und seine Zukunft zu sichern.

Christian Runkel zeigt mit seinem nachhaltigen Nutzungskonzept, dass historische Gebäude nicht nur bewahrt, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll betrieben werden können. Durch eine schrittweise, langfristig angelegte Bewirtschaftung gelingt es ihm, dem Schloss neues Leben zu verleihen und gleichzeitig seine architektonische und kulturhistorische Bedeutung zu sichern.

Im Rahmen der Übergabe der Auszeichnungsplakette wurde betont, dass Gebäude in Deutschland noch immer zu häufig vorschnell abgerissen werden – oftmals mit dem Argument mangelnder Wirtschaftlichkeit oder fehlender Zukunftsfähigkeit. Dabei wird übersehen, dass Abrisse erhebliche Mengen an CO2 freisetzen und wertvolle sogenannte „graue Energie“ verloren geht, die bereits in bestehenden Bauwerken gebunden ist. Darüber hinaus gehen mit jedem Abriss auch kulturhistorische Werte verloren, die für Identität und Charakter der Region prägend sind.

Sanierungen erfordern häufig ein hohes Maß an persönlichem Engagement, Ausdauer und Kreativität. Gleichzeitig sind sie in vielen Fällen ressourcenschonender und langfristig nachhaltiger als vollständige Neubauprojekte. Christian Runkel hat mit seinem Engagement nicht nur bei Schloss Arenfels, sondern auch bei weiteren historischen Gebäuden in der Region gezeigt, dass der Erhalt und die wirtschaftliche Nutzung denkmalwerter Bausubstanz erfolgreich miteinander verbunden werden können.

Die Auszeichnung „Sanierung des Jahres 2025“ würdigt daher nicht nur die kontinuierliche Arbeit am Schloss Arenfels, sondern auch das umfassende Engagement von Christian Runkel für den Erhalt historischer Gebäude im Unteren Mittelrheintal. Sein Einsatz gilt als beispielhaft und macht deutlich, dass Investitionen in bestehende Bausubstanz einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Klima, Ressourcen und kulturellem Erbe leisten können.

Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e.V. hofft, dass dieses Engagement weitere private Eigentümer, Investoren und Entscheidungsträger dazu ermutigt, historische Gebäude zu erhalten, behutsam weiterzuentwickeln und die gebaute Geschichte der Region als wertvolle Ressource zu begreifen.

Pressemitteilung

Stadtbild Deutschland e.V.

Unteres Mittelrheintal

Regionalverband Stadtbild Deutschland – Mittelrheintal

Harmonische Weiterentwicklung statt architektonischer Brüche am Florinsmarkt

Koblenz (11.02.2026). Der Regionalverband Stadtbild Deutschland – Mittelrheintal spricht sich im Zuge der aktuellen Diskussion um Neubauten und Anbauten am Florinsmarkt in Koblenz für einen grundsätzlichen Perspektivwechsel im Umgang mit historisch sensiblen Stadträumen aus.

In den vergangenen Jahren wurde häufig auf stark kontrastierende Glas- und Stahlkonstruktionen gesetzt, um Neubauten bewusst als solche zu markieren.

Diese Form der architektonischen Abgrenzung gilt jedoch zunehmend als überholt. Gerade in historisch gewachsenen Stadträumen wie dem Florinsmarkt erweisen sich sogenannte „Glaskästen“ nicht nur als gestalterisch problematisch, sondern auch als kostenintensiv und ökologisch fragwürdig.

Moderne Architektur muss heute mehr leisten als reine Provokation durch Kontrast. Zukunftsweisend ist vielmehr eine harmonische Verbindung von Alt und Neu, die den Stadtraum respektiert, weiterdenkt und stärkt, ohne ihn zu dominieren. Ein sensibel gestalteter Anbau kann zeitgemäß sein, ohne sich durch einen bewussten Stilbruch in den Vordergrund zu drängen.

Aus Sicht des Denkmalschutzes ist klar: Eine angepasste Gestaltung bedeutet weder Rekonstruktion noch historisierende Kopie. Durch differenzierte Farbgebung, reduzierte Ornamentik, zeitgemäße Details und eine klar ablesbare Bauform bleibt erkennbar, dass es sich um einen Neubau handelt. Die Bevölkerung ist sehr wohl in der Lage, zwischen historischer Originalsubstanz und moderner Ergänzung zu unterscheiden.

Authentizität entsteht nicht durch maximale Abweichung, sondern durch Ehrlichkeit im Umgang mit dem Bestand.

Hinzu kommen ökologische Aspekte: Glasintensive Bauweisen sind in Herstellung, Unterhalt und Klimatisierung deutlich CO₂-belastender als massive, verputzte Konstruktionen mit kleineren Fensterflächen. In Zeiten steigender Energiekosten und wachsender Klimaverantwortung sollten nachhaltige Materialien und langlebige Bauweisen eine stärkere Rolle spielen – gerade in innerstädtischen Projekten mit Vorbildcharakter.

Der Regionalverband Stadtbild Deutschland – Mittelrheintal plädiert daher für eine klare architektonische Haltung: Moderne Architektur darf sichtbar modern sein, sollte sich jedoch verbindend und einfügend entwickeln – nicht durch konstruktive Brechung, sondern durch gestalterische Intelligenz. Der Mut zur Moderne zeigt sich heute weniger im Bruch mit dem Bestehenden, sondern in der Fähigkeit, Geschichte weiterzuschreiben.

Der Florinsmarkt bietet die Chance, genau diesen Weg beispielhaft zu gehen.

Pressemitteilung Stadtbild Deutschland e.V. Unteres Mittelrheintal

Brückenpläne zwischen Remagen und Erpel: Diskussion über Gestaltung

Erpel (12.02.2026). Die aktuelle Berichterstattung zur geplanten Rheinquerung zwischen Remagen und Erpel wirft aus Sicht von Stadtbild Deutschland mehrere Fragen auf.

Verwunderlich ist insbesondere, dass der Vorsitzende des Vereins „Ad Erpelle“ in einem früheren Beitrag erklärte, die architektonische Gestaltung der Brücke sei für ihn gleichgültig, nun jedoch eine historisch orientierte Form pauschal als „Kriegsbrücke“ bezeichnet.

Diese Neubewertung bleibt unbegründet und ist inhaltlich nicht nachvollziehbar.

Brückenarchitektur am Rhein ist historisch aus der Ingenieurbaukunst ihrer jeweiligen Zeit entstanden und nicht Ausdruck militärischer Symbolik. Die Ludendorffbrücke war eine Eisenbahnbrücke, deren Form sich aus Spannweite, Material und technischer Machbarkeit ergab. Eine Orientierung an historischen Formen bedeutet weder eine Rekonstruktion noch eine Verherrlichung von Krieg, sondern einen respektvollen Umgang mit einer gewachsenen Kulturlandschaft.

Die pauschale Etikettierung historischer Ingenieurbauten als „Kriegsarchitektur“ führt argumentativ in eine Sackgasse. Nach dieser Logik dürften Autobahnen, Eisenbahnlinien oder wasserbauliche Anlagen heute ebenfalls nicht mehr genutzt oder saniert werden, da sie ursprünglich auch militärstrategischen Überlegungen dienten. Eine solche Sichtweise blendet die tatsächliche Funktion, den gesellschaftlichen Wandel und die kulturelle Bedeutung technischer Bauwerke vollständig aus.

Ebenso unzutreffend ist die Behauptung, eine bogenförmige Brückenkonstruktion erfordere Strompfeiler im Rhein. Moderne Bogenbrücken für den Fuß- und Radverkehr – wie etwa die Drei-Länder-Brücke in Weil am Rhein – belegen seit Jahren, dass solche Konstruktionen technisch ohne Eingriffe in die Schifffahrtsrinne realisierbar sind.

Darüber hinaus stellt sich die Frage der Verhältnismäßigkeit: Eine landesweite Stiftung zur Finanzierung und Unterhaltung einer einzelnen Brücke wäre ein Sonderweg, der gegenüber zahlreichen vergleichbaren, kommunal getragenen Brückenprojekten von hoher regionaler und überregionaler Bedeutung erklärungsbedürftig ist.

Stadtbild Deutschland fordert zudem ausdrücklich keine Rekonstruktion der ehemaligen Ludendorffbrücke. Ziel ist vielmehr eine zeitgemäße Bogenbrücke, die sich in Form, Maßstab und Tragwerkslogik an der historischen Rheinlandschaft und an den vorhandenen Brückentürmen orientiert. Einen absichtsvoll herbeigeführten architektonischen Bruch (wie bei der Stimmgabelvariante oder dem geplanten Luxushotel auf Remagener Seite), wie er vielerorts zu einer nachhaltigen Entfremdung zwischen Baukultur und Bevölkerung geführt hat, lehnen wir kategorisch ab. Solche Gesten finden regelmäßig Akzeptanz in einem kleinen, fachinternen oder akademischen Milieu, nicht jedoch in der breiten Öffentlichkeit, die diese Bauwerke täglich nutzt und mit ihnen lebt.

Pressemitteilung

Stadtbild Deutschland –

Regionalverband

Unteres Mittelrheintal